Epics Angriff auf Steam

Epics Angriff auf Steam

Epics Angriff auf Steam

Anno 1800, Borderlands 3, Metro Exodus – Diese Spiele wird es nicht mehr auf der Vertriebsplattform Steam von Valve geben. Epic konnte sich die Exklusivitätsrechte dieser Spiele für ihren Store sichern. Ein Zustand, den man vor ein paar Jahren für unmöglich gehalten hat.

Was erhoffen sich die Publisher davon?

Fast jeder Computerspieler hat Steam auf seinem Rechner installiert. Und trotzdem entscheiden sich die Publisher von AAA-Spielen gegen diese wahnsinnige Nutzerreichweite und für den Epic-Store, wobei dieser auch über 250 Millionen aktive Nutzer aufweist. Warum tun die Publisher das?

Am Ende sind alle Publisher Wirtschaftsunternehmen. Bedeutet, sie müssen wirtschaftlich handeln. Für die Bereitstellung der Plattform verlangt Steam 30 % der Einnahmen als Provision – Epic hingegen nur 12 %. Außerdem stellt Epic die Unreal Engine 4 zur Verfügung. Normalerweise müssen 5 % der Einnahmen an Epic gezahlt werden. Es sei denn, dieser Entwickler verkauft sein Spiel exklusiv im Epic-Store, denn dann entfällt diese Abgabe.

(Quelle: Epic Games)

Gibt es noch weitere, nicht-wirtschaftliche Gründe?

Ein bestärkender Vorteil wird vermutlich auch der Fakt sein, dass es bis jetzt noch keine Key-Reseller für den Epic-Store gibt. Dadurch sind die Spieler gezwungen, die vorgesehene Menge an Geld für das Spiel zu bezahlen.

Außerdem haben die Publisher die komplette Verwaltungskontrolle über ihre Spielseite. Bedeutet, sie können selbst entscheiden, ob Rezensionen erlaubt sind, welche Spiele auf dieser Unterseite angeboten werden usw. Bei Steam entscheidet dies Valve.

Der letzte Grund dürfte die Aufmerksamkeit sein, den diese AAA-Spiele im Epic-Store bekommen. Bei Steam erscheinen pro Woche zwischen 180 und 250 Spiele. Viel Konkurrenz für das angebotene Spiel. Bei Epic ziert ein AAA-Spiel über mehrere Tage oder Wochen die Startseite und wird promoviert.

Wie reagiert Valve?

Bis jetzt gibt es noch keinerlei Reaktion von Valve. Jedoch muss bedacht werden, dass Epic der Angreifer ist und Valve in Bedrängnis bringen muss. Da die Exklusiv-Deals aber meistens zeitlich begrenzt sind, braucht Valve sich noch keine Sorgen zu machen.

Spannend wird die Zukunft dieser beiden Stores aber auf jeden Fall.

Stay Tuned // M. Polenz