E-Sport Gemeinnützigkeit

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Hat der eSport eine zu geringe gesellschaftliche Rolle in Deutschland oder liegt es an den deutschen E-Sport- Organisationen oder -Vereinen? Letzteres verneine ich sofort.

Es gibt viele E-Sport-Organisationen und Vereine, die gemeinnützige Arbeit leisten, um die Gesellschaft auf den ESport aufmerksam zu machen. Vereine wie der HegerSoft E-Sport e.V. aus dem Spreewald arbeiten hart an die Anerkennung der Gemeinnützigkeit – zum einen werden Wohltätigkeitsveranstaltungen organisierten, an denen die Teilnehmer zusammen für eine gemeinnützige Tätigkeit spenden, zum anderen gehen Vertreter des Vereins an Schulen, um über den E-Sport und über die Digitalisierung aufzuklären. Andere Vereine, schaffen einen kulturellen Mehrwert für ihre Städte, sodass für jugendliche und E-Sport-Begeisterte organisierte Rückzugsorte bereitgestellt werden. Der Aufwand vieler Vereine und Organisationen ist also nicht zu übersehen. Was müssen Vereine jedoch tun, um die Gemeinnützigkeit zu erlangen? Das Gemeinnützigkeitsrecht ist in den §§ 51 – 68 der Abgabenordnung (AO) geregelt. Gemäß § 51 AO können rechtsfähige und nicht rechtsfähige Vereine als gemeinnützig anerkannt werden, wenn sie nach Satzung und tatsächlicher Geschäftsführung selbstlos, ausschließlich und unmittelbar die Allgemeinheit fördern.

Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit
Gemeinnütziger Zweck

Gemäß § 52 Absatz 1 AO verfolgt ein Verein gemeinnützige Zwecke, wenn seine Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Gemeinnützige Zwecke sind zum Beispiel die Förderung

  • des Sports
  • des öffentlichen Gesundheitswesens
  • des Brauchtums
  • der Kunst und Kultur
  • der Umwelt
 

Wenn man sich also die Punkte anschaut, findet man nicht den E-Sport. Also gibt es zwei Optionen:

1. Der E-Sport muss als Sportart offiziell anerkannt sein.
2. Der E-Sport muss eine eigenständige Kategorie erhalten, unabhängig gefördert zu werden.

Zu 1.) Organisationen wie der deutsche olympische Sportbund ist gegen eine Integration des E-Sports – Ein Auszug aus der Sport Bild:

„Der DOSB versucht, eSport in gut und schlecht zu spalten. Bei seinem Statement zur allgemeinen Gemeinnützigkeit von eSport überschreitet er ganz klar seine Kompetenzen als Sportverband“, sagt Hans Jagnow (30), Präsident des eSport-Bundes Deutschland. Vor nicht allzu langer Zeit lehnte der DOSB den Begriff eSport ab und erfand stattdessen den Begriff „eGaming“. Bedeutet: eSport sei das Angebot an Spielen in „elektronischen Sportartensimulationen“, wie FIFA19 oder NBA2K. Alle anderen virtuellen Wettkampfformen seien „eGaming“ (z. B. League of Legends, Dota 2). Im Klartext: Der DOSB will den eSport nur zum Teil anerkennen. Unvorstellbar für den Breitensport: Das wäre so, als ob der Sportbund nur Tennis, aber kein Fechten anerkennen würde. Die DOSBVorstandsvorsitzende Veronika Rücker erklärt: „In den virtuellen Sportarten sehen wir für unsere Vereine und Verbände Potenzial für eine Weiterentwicklung. eGaming hingegen passt nicht zu dem, was den gemeinwohlorientierten organisierten Sport prägt.“

Quelle: https://sportbild.bild.de/fifa/2018/e-sport/anerkennung-dosb-ablehung-esport-58446210.sport.html

Anhand dieses Auszugs merkt man die verfahrene Situation der Diskussion. Daher wäre 2.) eine sinnvolle Alternative.

Zu 2.) Warum den E-Sport nicht einfach E-Sport sein lassen? Wenn der E-Sport als kultureller Mehrwert anerkannt wird, würde man viele Hürden umgehen könne. Streitereien geht man aus dem Weg und man schafft sich seinen eigenen Raum, um sich zu entfalten. Der E-Sport würde einen eigenen Pool an Fördergelder und Unterstützungen erhalten.

Meiner Meinung nach wäre der Schritt in die eigenständige Rolle des E-Sports die für den jetzigen Zeitpunkt eine echte Alternative. Allerdings sollten die großen E-Sport-Titel wie League of Legends und Counter-Strike Global Offensive und Co. einer übergeordneten Institution und nicht dem Publisher unterliegen. Somit können klare Regularien für den professionellen E-Sport entstehen und Fördergelder, sowie die Infrastruktur koordiniert geleitet werden. Ein Beispiel dazu wären Organisationen wie der deutsche Fußballbund (DFB). Durch die zur Verfügung gestellten staatlichen Mittel können, dann sich E-Sport-Vereine bessere Strukturen aufbauen und haben es leichter als gemeinnützig anerkannt zu werden.

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