Intels neuer Versuch im Grafikkartensegment – GPU Xe

Intels neuer Versuch im Grafikkartensegment – GPU Xe

Auf dem Architecture Day hat Intel bekanntgegeben, dass die bisher als Arctic Sound bekannte GPU-Architektur den Codenamen “Xe” trägt.

Xe soll 2020 veröffentlicht werden und in mehrere Bereiche anzufinden sein. Beispielsweise für Rechenzentren beziehungsweise Endkunden optimiert. Die Herstellung der neuen GPUs erfolgt im 10-Nanometer-Verfahren.

Bereits zwei mal ist Intel an dem Versuch gescheitert, auf dem Grafikkarten-Markt Fuß zu fassen. 1998 wurde der Grafikchip i740 vorgestellt, der aber die Erwartungen nicht erfüllen konnte und als Grundlage der Grafikkerne in Intel-Prozessoren wurde. Auch das 2009 vorgestellte Larrabee-Projekt wurde nur ein Jahr später wieder eingestellt.

Trotz alledem ist Intel auf dem Grafikmarkt erfolgreich, denn die Grafikkerne in den Prozessoren sorgen für einen großen Marktanteil und reichen für reine Anwender und daher für viele Unternehmen vollkommen aus. Um sich auch im Bereich der Gamer zu etablieren will Intel auch Grafikkarten anbieten.

Das Team für die Chip-Entwicklung besteht aus sehr bekannten Leuten wie Ex-Radeon-Chef Raja Koduri, aber auch CPU-Legende Jim Keller, der bei AMD zuletzt die Zen-Architektur entwickelte, wird mit von der Partie sein. Ebenfalls an Bord sind der ehemalige AMD-Manager Chris Hook und Darren McPhee im Bereich Grafik-Marketing.

Sollte der Zeitplan von Intel eingehalten werden, dürften die neuen 10-Nanometer-Grafikchips in spätestens zwei Jahren auf den Markt kommen. Betrachtet man die Konkurrenz so verwendet AMD bereits die vergleichbare 7-Nanometer-Produktion von TSMC für Vega-GPUs und die kommenden Navi-Chips, während Nvidia trotz größerer Strukturen bei den GPUs eine zumindest aktuell sehr hohe Leistung mit Turing-Grafikkarten wie der Geforce RTX 2080 bietet.

Zwei Jahre sind im Grafikkartenbereich eine sehr lange Zeit. Es bleibt abzuwarten ob die Technologie noch zeitgemäß ist, wenn Intel mit dem Projekt fertig ist.

Stephan Kolev
– Master Editor HegerSoft –