Twitch und der alltägliche Wahnsinn

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Viele vermeintliche Falschwahrheiten und ganz ehrlich, wer soll da noch durchblicken?

 

Hier habe ich zwei vielleicht auch drei Dinge, die Ihr unbedingt beachten solltet!

Muss ich meine Donation von 1 Euro versteuern? Grundsätzlich sind alle Einnahmen in Deutschland zu versteuern. Dazu zählen auch Einnahmen aus Werbung oder Donations auf einem Twitch-Stream. Die irreführende Aussage, Spenden seien steuerfrei, ist leider nur bedingt richtig und betrifft nur gemeinnützige Vereine. Da man als Streamer aber eine solche Gemeinnützigkeit nicht vorweisen kann, müssen Einnahmen aus Streams auf Twitch versteuert werden. Keine Sorge euren Twitch Kanal müsst Ihr nicht direkt löschen, aber es gibt Dinge, die Ihr beachten müsst! So ist es zum Beispiel möglich, dass zeitweise erzielte und nur in geringem Maße anfallende Gewinne steuerfrei bleiben, wenn ihr euer Finanzamt davon überzeugt, dass ihr keine Gewinnerzielungsabsicht habt. Dabei dürfen eure Gewinne aber höchstens zur Deckung der Ausgaben für das Hobby Streaming ausreichen. Macht ihr über längere Zeit echte Gewinne, so sind diese auch zu versteuern. In jedem Fall müssen Einnahmen “erklärt”, d.h. in der Steuererklärung aufgeführt werden. Obe es dann zu einer Versteuerung kommt, entscheidet das Finanzamt.

Du bist Twitch Streamer, also musst du auch ein Gewerbe dafür anmelden, so die Aussage von einen meiner Zuschauer, aber muss ich das auch wirklich? Nicht unbedingt. Ob ihr für eure Einnahmen auf Twitch eine Selbstständigkeit anmelden müsst, hängt von zwei Faktoren ab: Erstens von der Höhe eurer Einnahmen und zweitens von eurem Partnerstatus auf Twitch. Gehen wir zunächst auf den Partnerstatus ein: Solange ihr euch nur im Affiliate-Programm von Twitch befindet (Also nicht an den Werbeeinnahmen von Twitch beteiligt werdet) müsst ihr in der Regel keine Selbstständigkeit anmelden, da das Streamen alleine als künstlerische und damit freiberufliche Tätigkeit gilt.

Allerdings gibt es hier noch kein abschließendes Urteil und solange ihr unter der Einkommensgenze von 17.500 Euro bleibt, bringt euch die Anmeldung eines Gewerbes nur Vorteile (Anschaffungen für euer “Hobby” können von der Steuer abgesetzt werden). Mit der Anmeldung eines Kleinstgewerbes seid ihr also rechtlich immer auf der sicheren Seite. Eine solche Anmeldung wird beim Gewerbeamt eurer Heimatstadt vorgenommen und kostet für gewöhnlich etwa 20€.

Die Höhe der Einnahmen ist ein weiterer Faktor. Wenn ihr wie weiter oben beschrieben nur hobbymäßig streamt, ist eine Gewerbeanmeldung in der Regel nicht zwingend notwendig. Eine Anfrage beim Gewerbeamt kann euch hier Gewissheit bringen. Vergesst aber auch ohne Gewerbe nicht, eure Ein- und Ausgaben bei der Steuererklärung anzugeben, denn eine Verschleierung wäre in diesem Fall Steuerhinterziehung.

Fazit: Eine Anmeldung als Kleingewerbe kann in keinem Fall schaden, im Gegenteil es bringt euch nur Vorteile!

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